Liebe und Karriere
Wer jüngeren rumänischen Film kennen lernen möchte, der auch noch mit neuerer rumänischer Literatur zu tun hat, sollte das Spielfilm-Debüt von Tudor Giurgiu in der Panorama-Reihe nicht verpassen: "Legaturi bolnavicioase" (Love sick). Es ist die Verfilmung der gleichnamigen Erzählung von Cecilia Stefanescu über eine in ihren Emotionen verstrickte jugendliche Frau.
Tudor Giurgiu, der mit einem surrealen Krimi-Kurzfilm vor fünf Jahren auf der Berlinale war, bisher aber hauptsächlich Videoclips gedreht hat, verkörpert den Initiativgeist junger rumänischer Cineasten par excellence. Der 33jährige ist Gründer von TIFF, dem Transilvanian International Film Festival, das seit 2002 jährlich in Giurgius Geburtsstadt Cluj (Klausenburg) veranstaltet wird. Ohne staatliche finanzielle Förderung und gegen eine Reihe pessimistischer Stimmen hat er mit einigen Freunden ein Festival aus den Hüften gestemmt, das von Jahr zu Jahr größer und zunehmend international wahrgenommen wird.
Doch nicht der Erfolge genug, ist er seit gut einem halben Jahr auch noch Vorsitzender des Aufsichtsrats und Generaldirektor des öffentlichen Fernsehens. Diese Herausforderung anzunehmen, war mehr als mutig. Oder naiv, wie Giurgiu sagt. Aber ihm gefällt es, für etwas zu kämpfen, von dem alle meinen: das schaffst du nie. Um in diesen Staatbetrieb frischen Wind zu bringen - Giurgiu selbst spricht von einen qualitativ höherwertigen Programm, das sich nicht nur nach Einschaltquoten richtet - ist eine Mammutaufgabe und ohne Allianzen nicht zu schaffen. Vor einiger Zeit wurden überall Anzeigen geschaltet, um über verschiedene öffentliche Wettbewerbe für Fernsehfilmprojekte zu informieren. Ein erster Schritt.
{ Romana
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